Hessischer Bildungsserver / Schulen für Erwachsene

Abendgymnasium

Abendgymnasien bieten aufbauend auf unterschiedlichen Bildungsbiografien eigenständige Wege, eine fundierte Allgemeinbildung und die allgemeine Hochschulreife nachträglich zu erwerben. Der Unterricht wird im gesamten Bildungsgang auf der Grundlage der Lehrpläne und/oder Kerncurricula für die Schulen für Erwachsene erteilt. Diese orientieren sich für die Einführungs- und Qualifikationsphase an denen der gymnasialen Oberstufe, berücksichtigen aber die Berufserfahrungen der Studierenden und ihr Alter.

Der Bildungsgang an Abendgymnasien gliedert sich in Vorkurs-, Einführungs- und Qualifikationsphase. Die individuelle Einstufung erfolgt nach Qualifikation. Die Vorkursphase umfasst in der Regel ein Semester, kann aber bei Einrichtung eines Aufbaukurses Deutsch als Zweitsprache oder eines allgemeinen Aufbaukurses auch bis zu drei Semester (Halbjahre) umfassen. Die Aufnahme in den Aufbaukurs Deutsch als Zweitsprache kann nur auf der Grundlage des Ergebnisses eines Sprachtests erfolgen. Der Besuch eines Abendgymnasiums dauert während der Einführungs- und Qualifikationsphase mindestens vier, höchstens acht, in der Regel sechs Semester.

In die Einführungsphase eines Abendgymnasiums kann aufgenommen werden, wer 1. eine Vorbildung nachweist, die dem mittleren Abschluss entspricht; 2. mindestens 18 Jahre alt ist; 3. eine Berufsausbildung abgeschlossen hat oder eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit nachweisen kann;  4. den Nachweis der Beherrschung der deutschen Sprache als allgemeiner Unterrichtssprache erbringt.
Die Führung eines Familienhaushalts ist der Berufstätigkeit gleichgestellt. Eine durch Bescheinigung der Agentur für Arbeit nachgewiesene Arbeitslosigkeit kann bis zu einem Jahr berücksichtigt werden. Dieser Zeitraum kann nur überschritten werden, wenn eine Studierende oder ein Studierender während der Vorkursphase erneut arbeitslos wird. Wehr-, Zivil- oder Entwicklungsdienst bzw. ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr werden auf die Berufstätigkeit angerechnet. Bewerberinnen und Bewerber, die den mittleren Abschluss oder einen gleichwertigen Abschluss nicht nachweisen können, müssen einen Vorkurs von mindestens halbjähriger Dauer besuchen. Die Studierenden am Abendgymnasium müssen mit Ausnahme der letzten drei Semester der Qualifikationsphase berufstätig sein.

Der Vorkurs an Abendgymnasien wird im Umfang von 16 bis 24 Wochenstunden durchgeführt und beinhaltet die Fächer Deutsch, erste Fremdsprache, Mathematik, zweite Fremdsprache oder Deutsch als Zweitsprache sowie weitere Fächer im Wahlunterricht. Die Einführungsphase umfasst mindestens 23 Wochenstunden in den oben genannten Pflichtfächern sowie das Fach Historisch-politische Bildung und weitere Fächer im Wahlbereich. An Abendgymnasien müssen die Studierenden in allen Semestern der Qualifikationsphase mindestens 23 Wochenstunden belegen. Hierbei sind Deutsch, die erste Fremdsprache, Historisch-politische Bildung und Mathematik Pflichtfächer. Hinzu kommen weitere Fächer aus dem Wahlpflicht- bzw. Wahlbereich.

Als Abschluss erfolgt am Ende des vierten Semesters der Qualifikationsphase die Abiturprüfung, also der Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife. Das Zeugnis der Fachhochschulreife erhält, wer das Abendgymnasium nach dem erfolgreichen Besuch des zweiten Semesters der Qualifikationsphase verlässt.

Adressen der Schulen für Erwachsene (SfE)